Händehygiene

Hände sind die häufigsten Überträger von Krankheitserregern. Konsequente Händehygiene und das Tragen geeigneter Schutzhandschuhe sind die wichtigsten Maßnahmen, um eine Übertragung von Infektionserregern zu vermeiden.

Tätigkeiten mit flüssigkeitsdichten Handschuhen von länger als zwei Stunden gelten als Feuchtarbeit. Es sind eine Betriebsanweisung und ein Hautschutzplan zu erstellen.

Bestimmungen

Geeignet sind Präparate, die als Arzneimittel nach dem Arzneimittelgesetz (AMG) oder als registrierte Biozidprodukte für die menschliche Hygiene in Verkehr gebracht werden.

Nach dem Arzneimittelgesetz (AMG) werden Präparate mit der Zulassungsnummer der BfArM, der Chargen-Nr. und dem Haltbarkeitsdatum gekennzeichnet.Biozidprodukte werden mit Produktart 1: Menschliche Hygiene und Biozid-Reg.-Nr. gekennzeichnet.

Für das Umfüllen zur eigenen Verwendung ist der Betreiber verantwortlich. Das Befüllen der Flaschen hat nach dem AMG unter aseptischen Bedingungen zu erfolgen und ist der Aufsichtsbehörde anzuzeigen. Bedingt durch die hohe Anforderungen (aseptische Bedingungen, Aufbereitung u. Sterilisation der Behälter u. Spender, ordnungsgemäße Kennzeichnung, Verbrauchsstatistik) ist von einem Umfüllen abzuraten.

Das Umfüllen und die Weitergabe an Dritte sind nach dem AMG erlaubnispflichtig.

Händedesinfektionsmittel, die weder Präsentationsarzneimittel (Zweckbestimmung Heilung bzw. Linderung bestimmter Krankheiten) noch Funktionsarzneimittel (Zweckbestimmung: Wiederherstellung physiologischer Funktionen durch pharmakologischer Wirkung) und können nach der Biozidrichtlinie als registrierte Biozidprodukte für die persönliche Hygiene in Verkehr gebracht werden.

Händereinigung

Die Händereinigung hat das Ziel, Verschmutzungen zu beseitigen. Waschen und Abspülen unter fließendem Wasser verringert zwar Keimzahlen,
eine Abtötung von Krankheitserregern erfolgt aber nicht. Die Händereinigung hat möglichst kurz und schonend zu erfolgen. Geeignet sind rückfettende Waschpräparate mit neutralem oder schwach sauren pH-Wert, die frei von pathogenen Keimen sind.
Seifenstücke sind nicht erlaubt. Die Hände sind nach dem Waschen gründlich abzuspülen und sorgfältig abzutrocknen.

Hygienische Händewaschung

Bei der Hygienischen Händewaschung werden sichtbare Verschmutzungen beseitigt und gleichzeitig Keime abgetötet. Die Keimreduktion ist besser als eine reine Händewaschung. Eine hygienische Händedesinfektion wird aber nicht ersetzt. Es ist eine Alternative zur reinen Händewaschung für Bereiche mit erhöhten Hygieneanforderungen. Die Hände sind mit dem unverdünnten Präparat einzureiben, anschließend mit Wasser zu reinigen, danach gründlich abzuspülen und sorgfältig abzutrocknen.

Die hygienischen Händewaschung ist keine Alternative zur hygienischen Händedesinfektion! Mögliche Einsatzgebiete sind Sanitär-, Küchen- und Lebensmittelbereiche.

Hygienische Händedesinfektion

Hygienische Händedesinfektion ist in allen medizinischen Bereichen obligatorisch und immer dann erforderlich, wenn eine Kontamination mit pathogenen Keimen erfolgte oder zu vermuten ist. Primäres Ziel ist es, transidente Keime abzutöten oder zu inaktivieren. Zur Anwendung eignen sich alkoholische Einreibepräparate mit Einwirkzeiten von einer halben und einer Minute. Die Hände sind für die Dauer der Einwirkzeit feucht zu halten.

Standardmethoden zur hygienischen (EN 1500) Händedesinfektion beachten, auf korrekte Durchführung achten, Schwachstellen vermeiden.

Hygienische Händedesinfektion ist unerlässlich vor und nach Patientenkontakt, vor aseptischer Tätigkeit, nach Kontakt mit Körperflüssigkeiten, nach unmittelbar nach Kontakt mit Patientenumfeld.

Chirurgische Händedesinfektion

Die chirurgische Händedesinfektion ist vor allen operativen Eingriffen durchzuführen. Ziel ist es, zusätzlich zu den transidenten, die residenten Keime auf der Haut längerfristig zu reduzieren. Hände und Unterarme sind ggf. mehrfach einzureiben. Einwirkzeiten von drei und fünf Minuten sind zu beachten. Die Hände müssen während der gesamten Applikation gut angefeuchtet bleiben. Die verwendeten Präparate müssen frei von bakteriellen Sporen sein. Es sind Einmalflaschen zu verwenden.

Standardmethoden zur chirurgischen (EN12791) Händedesinfektion beachten, auf korrekte Durchführung achten, Schwachstellen vermeiden.

Hautschutz

Das Tragen flüssigkeitsdichter Handschuhe, häufiges und intensives Reinigen, mangelhaftes Abspülen und Abtrocknen, der Kontakt mit hautschädigenden Stoffen beeinträchtigen die natürlichen Schutzfunktionen der Haut. Es können Ekzeme und Hautschädigungen entstehen oder sich Kontaktallergien entwickeln. Der Arbeitgeber hat geeignete Hautschutz- und Pflegemittel bereitzustellen.

Tätigkeiten mit flüssigkeitsdichten Handschuhen von länger als zwei Stunden gelten als Feuchtarbeit. Es sind eine Betriebsanweisung und ein Hautschutzplan zu erstellen. Die Gefährdungen sind gering zu halten. Mitarbeiter sind zu unterweisen.

Persönliche Voraussetzungen

Persönliche Voraussetzungen:

  • Saubere Hände
  • Saubere und kurze Fingernägel
  • Verzicht auf Schmuck, Armbanduhren, Freundschaftsbänder, künstliche Fingernägel und Nagellack
  • Intakte Haut durch regelmäßige Händepflege
Handschuhe

Schutzhandschuhe

  • Geeignete Schutzhandschuhe (PSA) gegen Chemikalien und Mikroorganismen verwenden, die in Größe und Passform den Händen des Anwenders entsprechen.
  • Die Handschuhe müssen beim Anziehen sauber und trocken sein.
  • Bei längerem Tragen Unterziehhandschuhe verwenden.
  • Einmalhandschuhe verwenden.
Händewaschplätze

Leicht erreichbare Händewaschplätze für fließendes warmes und kaltes Wasser müssen vorhanden sein. Für Waschpräparate und Desinfektionsmittel sind gut erreichbare Armhebelspender erforderlich. Geeignete, möglichst berührungslose, Spender verwenden (Kontamination des Pumpenkopfes vermeiden), Aufbereitungshinweise beachten.

Präparate zum Hautschutz und zur Hautpflege sind aus Spendern oder Tuben zu entnehmen.

Es sind Einmalhandtüchern zu verwenden

Compliance

Zur Compliance gehören bestimmte persönliche Voraussetzungen, die korrekte Durchführung, regelmäßige Unterweisungen und Schwachstellenanalysen.